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Baumann-Projekt

Recherchen - Publikationsband - Wanderausstellung - Öffentlichkeitsarbeit

Die Arbeitsgruppe Bodenseeufer (AGBU) e.V. führt zusammen mit anderen Partner ein integriertes Forschungs-, Publikations- und Präsentationsprojekt durch, in dem es um die Entwicklung der ökologischen Bedingungen in der Uferzone des Bodensee in den letzten 100 Jahren geht. Anlass ist das bevorstehende hundertjährige Jubiläum der Publikation von Dr. Eugen Baumann „Vegetation des Untersees (Bodensee)“ aus dem Jahre 1911. Dieses 554 Seiten starke, außerordentlich detaillierte Werk erlaubt zusammen mit anderen Quellen eine Rekonstruktion der Unterwasser- bzw. Ufervegetation und ihrer Lebensbedingungen sowie einen Vergleich mit der heutigen Situation. Anhand dessen werden die zunehmenden Umweltbelastungen in der Uferzone, aber auch die Erfolge beispielsweise im Gewässerschutz für Fachleute sowie für den interessierten Laien veranschaulicht werden.

Als  Teil des Baumann-Projekt liegt jetzt der Bericht zur Kartierung der Wasservegetation am Schweizer Unterseeufer vor, die wir im Auftrag des Amtes für Umwelt des Kt. Thurgau durchgeführt haben (PDF-Dowmload - 5MB). Für die Publikation des Baumann-Bandes ist eine weitergehende Auswertung für den ganzen Untersee geplant.

Baumann 1-kl
Dissertation-kl03

Eugen Baumann und seine Dissertation (Download 6 MB)

Projekt-Proposal

Eugen Baumanns „Vegetation des Untersees (Bodensee)“ von 1911
– hundert Jahre danach
(Arbeitstitel)

Nächstes Jahr (2011) gibt es für die ökologische Forschung am Bodensee ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: der hundertste Jahrestag der Veröffentlichung der „Vegetation des Untersees (Bodensee)“ von E. Baumann im ersten Supplementband des Archivs für Hydrobiologie. Die Dissertation von Eugen Baumann (1868–1933), die unter Anleitung des seinerzeit weithin bekannten Botanikers Prof. Dr. C. Schröter an der ETH Zürich entstanden ist, gilt auch heute noch als Standardwerk für ökologische und vegetationskundliche Forschungsarbeiten am Bodensee.

Auf etwa 200 Exkursionen hat Baumann zwischen 1905 und 1909 in systematischer Weise das Untersee-Ufer erforscht und dabei rund 700 Makroalgen-, Moos- und Gefäßpflanzenarten gefunden, deren Fundorte in detaillierten Katalogen dokumentiert sind. Für die damalige Zeit durchaus ungewöhnlich, verstand es Baumann in bemerkenswerter Weise, die Fundortangaben mit den Bemerkungen zu den Wuchsformen und den standörtlichen Bedingungen zu verknüpfen, so dass sich bei entsprechender Auswertung – unter Einbeziehung anderer Quellen – ein plastisches Bild der damaligen Untersee-Uferzone und ihrer ökologischen Bedingungen ergibt.

Die Informationsfülle der Baumann’schen Arbeit war seit Ende der 1950er Jahre Ausgangspunkt für weitere floristische, vegetationskundliche und limnologische Forschungsarbeiten, von denen viele bis in die Gegenwart reichen. Auch bei angewandten naturschutzfachlichen Fragestellungen, z. B. dem Schutz der Strandrasen-Vegetation, den Veränderungen der Röhricht- und Streuwiesen-Vegetation durch Klimawandel und sinkende Wasserstände sowie dem Wandel der Wasserpflanzenvegetation im Zuge der Eutrophierungsphase in den 1970er und 80er Jahre bzw. der danach erfolgten Reoligotrophierung.

Den nahenden hundertsten Jahrestag der Baumann’schen „Vegetation des Untersees“ nimmt die AGBU zum Anlass, mit einem integrierten Forschungs-, Publikations- und Präsentationsprojekt auf den heutigen Zustand des Bodenseeufers im Vergleich zur Situation zu Anfang des 20. Jh. hinzuweisen. Komponenten und Ziele des Vorhabens sind:

  • die Würdigung der Person und der Arbeit Baumanns;
  • die systematische Aufarbeitung der Detailinformation in der „Vegetation des Untersee“ und die Verknüpfung mit weiteren Quellen (v. a. Bildquellen der regionalen Archive) sowie die öffentlich zugängliche Bereitstellung des Baumann’schen Fundkatalogs in einer GIS-gekoppelten Datenbank;
  • Auswertung jüngerer Untersuchungen zur Flora und Vegetation des Untersees sowie ergänzende Geländeerhebungen zur Unterwasserpflanzenflora mit dem Ziel einer direkten Vergleichbarkeit mit dem Baumann’schen Fundkatolog;
  • in Zusammenarbeit mit der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft Darstellung der Ergebnisse in einer populärwissenschaftlichen, reich bebilderten Fachpublikation (Sonderband der „Mitt. Thurg. Naturf. Ges.“) im Umfang von ca. 100–150 Textseiten zzgl. Abbildungen;
  • Konzeption und Erstellung von ca. 10 Ausstellungstafeln für eine Wanderausstellung, die den Museen, Gemeinden, Heimat- und Naturschutzorganisationen rings um den See angeboten werden soll;
  • Ausarbeitung von Powerpoint-Präsentationen als Grundlage für eine Vortragsreihe bei den regionalen Volkshochschulen und anderen Bildungsträgern
  • Ausarbeitung von Exkursionsprogrammen an botanisch oder ökologisch besonders interessante Lokalitäten;
  • in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Amt für Raumplanung und den beteiligten Gemeinden Ausarbeitung eines Plans zur (Wieder-)Ansiedlung ausgestorbener bzw. hochgradig gefährdeter Pflanzenarten (z. B. die Riednelke).

geplanter Themenband bei den
Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft

Band und Erscheinungsjahr: Band 66, Sommer/Herbst 2012

vorgesehener Inhalt (vorläufige Arbeitstitel; Autoren):

  • Grußwort: G. Lang
  • Eugen Baumann und seine „Vegetation des Untersees (Bodensee)“ (R. Rutishauser, M. Peintinger)
  • Der Funddaten-Katalog von E. Baumann – zeitgemäß als Datenbank (W. Ostendorp)
  • Das Untersee-Ufer – damals und heute (W. Ostendorp & I. Strang)
  • Entwicklung der Unterwasservegetation (M. Dienst & I. Strang)
  • Entwicklung der Röhricht- und Sumpfpflanzenvegetation in der Grenzzone (W. Ostendorp & M. Dienst)
  • Entwicklung der Strandrasen-Vegetation (I. Strang, M. Peintinger & M. Dienst)
  • Entwicklung der Riedwiesen-Vegetation und der Uferwälder (M. Peintinger)
  • Wiederansiedlung der verschollenen Riednelke Armeria purpurea am Schweizer Unterseeufer 
  • Abschlusskapitel: Was haben wir aus dem Untersee-Ufer gemacht? (W. Ostendorp u. a.)

Dank: Das Projekt wird von folgenden Projektpartnern gefördert

  • Amt für Raumplanung des Kt. Thurgau
  • Amt für Umwelt d. Kt. Thurgau
  • Naturmuseum Thurgau
  • Oberdorfer-Stiftung
  • Regierungspräsidium Freiburg
  • Regionalverband Hochrhein-Bodensee
  • Universität Konstanz

zusätzlich leistet die AGBU einen Eigenanteil